Faire Erzeugerpreise

Landwirtschaft erfüllt mehr Aufgaben als nur die Erzeugung von Lebensmitteln. Sie soll auch die Kulturlandschaften erhalten, für Biodiversität sorgen, das gesellschaftliche Leben auf dem Land erhalten und dort Arbeitsplätze schaffen. Damit Landwirtschaft ihre Multifunktionalität erfüllen kann, müssen die Bäuerinnen und Bauern und die handwerklichen LebensmittelverarbeiterInnen ein angemessenes Einkommen für ihre Arbeit und ihre Produkte generieren können.

Im Bereich der Milch fordern die Bauern einen fairen Preis, der die Erzeugung eines hochwertigen Produktes honoriert. Dafür brauchen die Bauern 40 ct /Liter, aktuell liegen die Preise bei ca. 27 ct/Liter.

Mindesteinkommen

Angesichts eines heutigen Regelsatzes z.B. von Hartz IV, der nur rund 145 Euro für die Ernährung beinhaltet, und Niedriglöhnen vieler Beschäftigter, die ebenfalls kaum höhere Ausgaben fürs Essen und Trinken erlauben, ist fair und regional erzeugte Nahrung als Regelnahrung für viele Menschen unerschwinglich.

Die gesellschaftliche Wertschätzung bäuerlicher und ökologischer Landwirtschaft und deren Erzeugnissen erfordert demgegenüber ein Mindesteinkommensniveau sowohl bei Sozialhilfebeziehenden wie auch bei Beschäftigten, das es diesen ermöglicht, sich aus regionalem, fairem, bäuerlichem Anbau zu ernähren.

Transparenz

VerbraucherInnen werden durch die gängige Deklarationspraxis in die Irre geführt. Auf Milch-, Käse- und Wurstverpackungen wird den KonsumentInnen ein landwirtschaftliches Idyll vermittelt, dass in der Form kaum mehr existiert und vor allem von den industriellen Strukturen in denen die Produkte entstanden sind verdrängt wird. Mit gutem Beispiel gehen die Eier voran, die nach Haltungsform klassifiziert werden.

Ebenso keine Transparenz gibt es bei der Verwendung von gentechnisch verändertem Futter. Etwa 80 Prozent der Futtermittel bestehen heute aus gentechnisch verändertem Soja, das nicht gekennzeichnet werden muss.

 

Termine

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Aktuelles

Billigproduktion gefährdet Menschenleben

Die Verbände des Agrarbündnisses Niedersachsen fordern die Landesregierung zur sofortigen Überprüfung sämtlicher Betriebe der niedersächsischen Schlachtindustrie hinsichtlich der Einhaltung von Standards für den Sozial- und Infektionsschutz in den Betrieben und bei der Unterbringung der Beschäftigten auf. Das Testen der Beschäftigten, wie es Ministerpräsident Stephan Weil angekündigt hat, reiche nicht aus. Laut Agrarbündnis ist es dabei unerheblich, ob die Mitarbeiter*innen direkt angestellt seien, mit Werkverträgen oder in Leiharbeitsverhältnissen arbeiteten. Gleiches gelte auch für Betriebe, die Saisonarbeiter*innen bei der Ernte von Spargel und Erdbeeren beschäftigten. [...]

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Kritischer Agrarbericht 2020 heute erschienen

tl_files/agrarwende/content/aktuelles/Kritischer Agrarbericht/krititscherAgrarbericht.jpgKurz vor Start der Grünen Woche in Berlin (17.-26. Januar) und der diesjährigen Wir-haben-es-satt-Demonstration am 18. Januar erscheint der jährlich herausgegebene kritische Agrarbericht, der seit 1993 alljährlich vom AgrarBündnis e.V. herausgegeben wird. Das bundesweite AgrarBündnis ist ein Zusammenschluss von derzeit 25 Verbänden der bäuerlichen und ökologischen Landwirtschaft, des Umwelt- und Naturschutzes, des Tierschutzes, der Entwicklungszusammenarbeit sowie der Kirchen. Mit Experten aus den verschiedensten Schwerpunktthemen des Agrarsektors dokumentiert der "Kritische Agrarbericht" die ganze thematische Breite der agrarpolitischen Debatte eines Jahres vor dem Hintergrund der europäischen und weltweiten Entwicklung. Diesjähriges Schwerpunktthema ist „Stadt, Land – im Fluss“.

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