Demonstration in Oldenburg

Samstag, 21.03.2020, 11.00 Uhr bis 15.30 Uhr

Aufruf zur Demonstration zu Fuß, mit Fahrrädern und mit Treckern am 21. März 2029 in Oldenburg

Wir können auch anders - Stadt und Land Hand in Hand!

Für eine bäuerliche Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung, für faire Lebens- und Arbeitsbedingungen, für Klima- und Umweltschutz und gutes Essen aus der Region!

Bauernhöfe fördern und erhalten!

Bäuerliche Betriebe tragen einen wesentlichen Teil zur Erhaltung unserer Lebensgrundlagen bei, weil sie in Kreisläufen wirtschaften können, in Generationen denken und handeln. Wir haben Respekt für die harte Arbeit, die Bäuerinnen und Bauern jeden Tag leisten. Doch die Politik lässt die Höfe im Stich. 80% der Agrarsubventionen verteilen sich auf 20% der Betriebe. Über 100.000 Betriebe mussten in Deutschland in den letzten 10 Jahren dichtmachen. Auch in unserer Region geht das Wachsen oder Weichen ungebremst weiter. Begünstigt werden immer intensiver wirtschaftende Betriebe und außerlandwirtschaftliche Investor*innen, die sich immer mehr Land unter den Nagel reißen. Die fatalen Folgen sind Höfesterben und Monokulturen, Artenschwund, Megaställe mit ihren Nährstoffüberschüssen und Antibiotikaresistenzen. Das können wir auch anders - wir fordern: Stoppt die Subventionen von Agrarwüsten, Tierfabriken, investoren-gesteuerten Betrieben und Großgrundbesitz!

In Nordwest-Niedersachsen ist jahrzehntelang eine Intensivproduktion von Fleisch und Milch mit immer mehr Masse zu immer niedrigeren Preisen gefördert worden. Möglich ist dies auch durch den Futtermittelimport aus Drittländern, der verheerende Folgen hat: Umweltzerstörung, Armut, Landvertreibung und Migration. Bei uns führt er zu den Nährstoffüberschüssen mit negativen Folgen für Luft-, Boden- und Grundwasserqualität: Aus der Region Weser-Ems, hauptsächlich aus den Landkreisen Cloppenburg, Vechta und Emsland, werden jährlich 3 Millionen Tonnen Geflügelmist, Gülle und Gärreste über weite Strecken abtransportiert. Die überbetriebliche Entsorgung führt zu immensen Pachtpreissteigerungen, die für eine Verdrängung kleinerer, weniger intensiv wirtschaftender Betriebe sorgen.  Das System stößt überall an seine Grenzen, -  aber wir können auch anders!

Anstatt technische Lösungen, Güllelagerbau und Gülletransporte zu subventionieren, können wir die zu hohen Tierzahlen zu reduzieren, anstatt Kastenstandsysteme, die nicht im Einklang mit dem Tierschutzgesetz stehen, im Nachhinein zu legalisieren, können wir jetzt langfristig die Weichen für die tiergerechte Tierhaltung der Zukunft stellen. Anstatt die Futtermittelimporte weiter auszubauen, können wir auf eine flächengebundene Tierhaltung setzen und Futtermittel vor Ort produzieren. Anstatt gegen die Verschärfung der Düngeverordnung Sturm zu laufen, können wir jetzt gemeinsam die Weichen für eine nachhaltigere Lebensmittelproduktion in Niedersachsen stellen!   

Vorrang für Klima- und Umweltschutz!

Die letzten oftmals viel zu heißen und niederschlagsarmen Jahre haben deutlich gezeigt: So geht es nicht weiter! Wir fordern konsequenten Klimaschutz. Wir brauchen viele bäuerliche Betriebe, die regionale und saisonale Lebensmittel erzeugen und mit lebendigen Böden helfen, das Klima zu schützen und die Kulturlandschaften auch in ihrer Artenvielfalt erhalten. Wir fordern EU-Agrargelder nur noch für umwelt-, klimaschonende und tiergerechte Landwirtschaft!

Für faire Bezahlung!

Ursache für viele Probleme ist der Kostendruck, der durch Billigproduktion für den Weltmarkt entsteht. Davon profitieren aber ausschließlich die industriellen Agrar-, Verarbeitungs-, und Handelskonzerne, während die Umweltschäden von uns allen jetzt und in der Zukunft bezahlt werden. Wir können uns die Billigproduktion nicht mehr leisten! Aber wir können auch anders, - faire Preise, Löhne und Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Produktionskette - vom Acker bis zum Teller sind möglich!

Für ein solidarisches Europa!

In vielen hiesigen Schlachthöfen und Großbetrieben herrschen unwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen, damit Discounter und die Exportindustrie mit Dumpingpreisen immer größere Profite machen können. Arbeitsmigrant*innen, unter ihnen vielfach ehemalige Kleinbäuer*innen aus Ost- und Südosteuropa, werden in der Schlachtbranche ausgebeutet und regelrecht verschlissen und verbraucht. Das können wir anders: In einem solidarischen Europa und der Welt sind gerechter Handel und Menschenrechte nicht verhandelbar!

Für die Rechte von Bauern und Bäuerinnen hier und weltweit!

Obwohl es die bäuerliche Landwirtschaft ist, die 70% der weltweit verfügbaren Lebensmittel produziert, erhält die agrarindustrielle Landwirtschaft enorme politische und finanzielle Unterstützung. Ihre Praktiken führen allerdings u.a. zu Reduktion von Saatgutvielfalt, Verschmutzung von Böden und Wasser, Umweltzerstörung. Im Globalen Süden zwingt die EU vielen Staaten Freihandelsverträge auf und ruiniert mit Billigexporten dann Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern. Systematische Diskriminierung, Landverdrängung, Zerstörung der Lebensgrundlagen und Klimawandel sind die Folge. Das können wir anders: wir fordern Anerkennung und Schutz der Bauernrechte weltweit!

Wir können das anders!, -nämlich mit einer umweltverträglicheren, global gerechteren, klimaschonenderen und existenzsichernden Landwirtschaft!

Sei dabei, wenn wir im Schulterschluss mit vielen zivilgesellschaftlichen Organisationen, Landwirt*innen von konventionell bis bio und Verbraucher*innen klare Kante für eine bäuerlich-ökologischere Landwirtschaft, artgerechte Tierhaltung und insektenfreundliche Landwirtschaft in Niedersachsen zu zeigen.

Demonstration am 21. März 2020 | 11 Uhr | Auftakt Bahnhofsvorplatz | Oldenburg

Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz; Stände der Bündnispartner

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Aktuelles

Kritischer Agrarbericht 2020 heute erschienen

tl_files/agrarwende/content/aktuelles/Kritischer Agrarbericht/krititscherAgrarbericht.jpgKurz vor Start der Grünen Woche in Berlin (17.-26. Januar) und der diesjährigen Wir-haben-es-satt-Demonstration am 18. Januar erscheint der jährlich herausgegebene kritische Agrarbericht, der seit 1993 alljährlich vom AgrarBündnis e.V. herausgegeben wird. Das bundesweite AgrarBündnis ist ein Zusammenschluss von derzeit 25 Verbänden der bäuerlichen und ökologischen Landwirtschaft, des Umwelt- und Naturschutzes, des Tierschutzes, der Entwicklungszusammenarbeit sowie der Kirchen. Mit Experten aus den verschiedensten Schwerpunktthemen des Agrarsektors dokumentiert der "Kritische Agrarbericht" die ganze thematische Breite der agrarpolitischen Debatte eines Jahres vor dem Hintergrund der europäischen und weltweiten Entwicklung. Diesjähriges Schwerpunktthema ist „Stadt, Land – im Fluss“.

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Landwirt*innen und Verbraucher*innen zeigen gemeinsam klare Kante für eine bäuerliche Landwirtschaft

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Am Samstag sind rund 1000 Landwirt*innen, Natur-, Tier- und Klimaschützer*innen, Arbeitsrechtler*innen, entwicklungspolitisch Engagierten und interessierten Verbraucher*innen dem Aufruf ihren Protest in Oldenburg auf die Straße zu tragen gefolgt und forderten gemeinsam zu Fuß, mit Fahrrädern und mit Treckern die Agrarwende.

Die Trecker und Menschen zogen begleitet von zwei Trommelgruppen vom Bahnhofsvorplatz am Julius-Mosen-Platz und Staatstheater vorbei auf den Schlossplatz. Hier hatten verschiedene Bündnispartner Infostände aufgebaut. Dazu es gab Wurst und Hotdog aus regionaler Erzeugung zur Stärkung.

In den Redebeiträgen der Vertreter*innen der Initiativen, eingeleitet und moderiert von Canan Barski vom Ökumenischen Zentrum Oldenburg und Ottmar Ilchmann von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e. V. (AbL), spiegelten sich die vielfältigen Anliegen der Demo wider, deren zentrale Botschaft aber doch war: Nur im Schulterschluss können wir eine umweltverträgliche, zukunftsfähige, global gerechte, klimaschonende und existenzsichernde Landwirtschaft erreichen [...]

 

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